Wie bleibt mein Heimatort lebendig?

Geschrieben am 20.05.2026
von Hedwig Herdes


Zur Umfrage der RZ vom 8.5.26
Wie bleibt Ihr Heimatort lebendig?

Wir leben in einem schmucken Stadtteil von Koblenz mit ca. 1.800 Menschen. Ein rebenbewachsener Moselbogen trennt uns von „der Stadt“. In Lay an der Mosel kann man sich wohlfühlen, wer möchte, ist nicht allein. Es fällt schwer, alles aufzuzählen was das Miteinander prägt. Doch ein ganz wichtiges Netz möchte ich als Layer Bürgerin hervorheben. Es handelt sich um die Plattform „Layer Kuoleroffer“, die vom Ortsring Koblenz-Lay betrieben wird. Was Rainer Göbel und das Redaktionsteam zustande bringen, ist vorbildlich und verdient großes Lob. Durch diese Art der ansprechenden Information werden die Layer in allen Belangen aufgeklärt, sind verbunden.

Der sehr rührige Ortsvorsteher Thomas Jost mit dem Ortsbeirat haben eine gut genutzte Informationsplattform, ebenso die einfallsreichen Vereinsvorsitzenden. Die rührigen Frauen, die den Wochenmarkt ins Leben riefen, können die Angebote der Marktbetreiber präsentieren usw.

Auch die Kirche ist selbstverständlich in der App enthalten. Hat jemand etwas verloren oder möchte etwas preiswert anbieten: hier bietet sich die Möglichkeit. Unendlich viele Angebote machen die App aus: Nachrichten, Termine, Informationen über Schule, Kindergarten, Gastwirtschaft, Arzt, Historie sind nur ein Teil des überraschenden immer aktuellen Angebotes. Man findet sogar die Bedienung des Defibrillators, den aktuellen Busfahrplan, und jahreszeitliche Rezepte können nachgekocht werden.

Zusammenfassend: der Kuoleroffer stellt für die Layer eine stets willkommene, ständig aktualisierte Informationsquelle dar und ist ein wichtiges Verbindungsglied.

Es fehlt noch ein Hinweis für alle Nicht-Layer über die Bedeutung des Begriffes KUOLEROFFER: Kuole‘Roffer = Kugel-Raffer ist der Spitzname für die Layer und erklärt sich so:

In früheren Zeiten gingen die Layer zu Fuß in die Stadt Koblenz. Dabei brachte sie der steile Ankerpfad (Angelspadd) hinauf zur Karthause. Auf diesem Weg kamen sie an militärischen Schießanlagen vorbei, die von Erdwällen umgeben waren. Da suchten sie fleißig nach verirrten Kugeln und verkauften die zum Teil schweren Kugeln an das Militär oder tauschten sie. Aus dieser günstigen Einnahmequelle ergab sich der Spitzname. Und die Layer müssen sich dieses Spitznamens nicht schämen, charakterisiert er sie doch als fleißig und ideenreich. Ein künstlerisch gestalteter Layer Kuoleroffer (von Fritz Berlin) ziert den Kirchenvorplatz. Der Obst- und Gartenbauverein hatte 1997 zu seinem 40jährigen Jubiläum den Layer Kuoleroffer dauerhaft lebendig werden lassen.

Hedwig Herdes